Don´t interrupt me - I´m talking to myself

Vom Fall. Vom Ende. Vom Neuanfang.

26. Mai 2015

Manchmal, auf dem Heimweg aus dem Büro, den Kopf noch voller Code und Syntax, frage ich mich, warum ich es tue, oder Warum ich es noch tue:
Warum ich festhalte an meinem Blog, in dem teilweise monatelang keinen neuen Content breitstelle. Warum ich festhalte an der Seite, auf der hauptsächlich unsichtbar agiere.
Eine Minisite nach der nächsten habe ich in den letzten Monate online gestellt, von denen niemand weiß. Ich habe viel Code geschrieben, optimiert und auf Suchmaschinenrelevanz getestet.
Ich habe mit veschiedenen Frameworks in verschiedenen Skriptsprachen herumgespielt.
Ich habe in meinem großen Sandkasten herumexperimentiert, die größten Burgen gebaut und mit meiner großen Schaufel das meiste wieder kleingedroschen, um dann aufs Neue loszulegen.

Code fvor Content.
Aber mein Backend ist voll unveröffentlichter Post, meine Notizen auf dem Smartphone prall gefüllt mit Posts, Artikeln und neuen Ideen für Unterseiten.

Ich schaffe es nie, auf den „Veröffentlichen“-Button zu klicken.

Ich weiß, dass ich nie wieder so groß werde wie damals. Ich weiß das, weil ich alles dafür tue, um nicht wieder so groß zu werden.
Bevor ich 2007 die Domain „minus78.de“ mietete, war ich drei Jahre mehr als erfolgreich mit einer anderen Domain groß im Netz vertreten.
Ich habe mehrere Preise gewonnen, kannte Hinz und Kunz. Oder, um es korrekter auszudrücken: Hinz und Kunz kannten mich.

Ich bekam viele Emails und viel Post – aber wo Erfolg ist, da ist auch Neid.
Mit Neid, im gesunden Maße, kann ich umgehen. Neid gibt es seit jeher und wird es auch weiterhin geben.
Ich sehe in Neid noch nicht einmal nur etwas Schlechtes. Ich betrachte Neid auch als einen Motor, der uns antreibt, selber besser zu werden, nach dem „Mehr“ zu streben.

Und sehen wir von dem Content ab, den einige Seitenbetreiber von meiner Seite gestohlen und auf ihren Seiten veröffentlicht haben, war jenes, was mich damals innehalten
und alles in Frage stellen ließ mehr als nur Neid.

Irgendwer stahl meine Bilder und lud sie anonym auf eine Online-Pinwand hoch, untertitelt mit Worten, die, obwohl ich wirklich nicht auf den Mund gefallen bin, ich nicht wiedergeben möchte.
Natürlich reagierte ich. Vielleicht war das mein Fehler, denn wie ich meinen Kindern immer sage: „Das Ärgern macht nur Spaß, wenn sich der Geärgerte ärgern lässt.“.
Ich will hiermit nicht sagen, dass man sich nicht wehren darf – nein, ganz im Gegenteil! Man sollte dann lediglich versuchen sich nicht auf das gleiche Niveau fallen zu lassen.
Das habe ich nicht getan. Ich habe genauso zurückgeschossen, wie mir dieser Irgendwer ans Bein gepinkelt hat. Ich sah dieses als mein gutes Recht, immerhin geht es hier um Bilder
mit meinem Gesicht darauf!

Meine Reaktion bewirkte aber kein freundliches Abwinken und das Unterbleiben. Im Gegenteil. Es wurde alles schlimmer. Viel schlimmer. Viel viel schlimmer.
Der Irgendwer bedrohte mich zunächst persönlich. Sagte mir, dass er mich findet. Dann, dass er mich zusammenschlägt. Dann, dass er mich umbringen will.

Die einen mögen nun müde lächeln, ich fand das damals nicht so witzig.
Es bestand keine Impressumspflicht, von daher war ich mich fast sicher, dass er sicherlich nicht wüsste, wer ich bin und wo ich wohne.
Ich hatte keine .de-Domain, somit sollte auch die Suche über denic ins Leere führen, so dachte ich.

Aber sich sollte mich arg getäuscht haben: Schon kurze Seite später postete er IP-anonymisiert wieder Bilder von mir in irgendwelche Gästebücher und Foren – inklusive meines Namens und meiner Adresse.
Dazu ein offensichtlicher Aufruf, der nicht misszuverstehen war.

Ich erstattete zwei Anzeigen bei der Polizei und bat um IP-Verfolgung. Diese war nicht so einfach, da sich der Irgendwer durch Anonymisierungsdienste unerkenntlich gemacht hat.
Einmal habe ich es aber geschafft seine reguläre IP einzufangen. Da war er also. Telekom-User aus Köln.
Leider konnte die Polizei aber auch mit der IP nichts anfangen, da die IP-Adressen damals vom Anbieter nicht länger als 8Std. gespeichert wurden und erst auf richterlichen Befehl ausgehändigt werden würden.
So sagte man mir.
Außerdem, so sagte man mir auch, müsse man im Internet damit rechnen. Irgendwo müsse ich mir die Schuld auch selber eingestehen, da ich die Bilder von mir immerhin selber online gestellt habe.

Unterdessen lachte mich Irgendwer aus und verhöhnte mich damit, dass mir nun wohl niemand mehr helfen könne.

Seine Hetze im Internet ging immer weiter und weiter und immer lauter wurden seine Rufe, mir schädigen zu wollen. Und ja, wir reden hier von Körperverletzung oder Schlimmeren.
Mein Postfach quoll immer weiter über. Meine Angst wurde immer größer.

Ich habe mich damals dazu entschieden die entsprechende Domain abzustossen und im Nachhinein denke ich, dass ich es schon viel eher hätte tun sollen – es hätte meiner geistigen Gesundheit wohl besser getan.
Ich litt noch einige Zeit später unter der Angst, aufgelauert zu werden.

Ich habe alle Brücken zur alten Domain abgebrochen. Ich habe alle Kooperationen beendet, mich von allen Partnern und Unterstützern verabschiedet ohne ihnen meine neue URL zu nennen.
Ich habe seitdem an keinster Stelle meinen alten Namen veröffentlicht. Ich möchte damit nichts mehr zu tun haben. Ich möchte nicht einmal daran erinnert werden, dass es vor minus78 noch eine andere Seite gab.

Seit 2007 bin ich also unter der Domain minus78 erreichbar.

Ich merke, dass mein Stil seitdem ein anderer ist, dass ich befangener bin.
Ich habe keine Angst mehr, aber ich bin vorsichtig.

Seit zwei Wochen arbeite ich an einem neuen Layout – und je länger ich darüber nachdenke, desto fester steht: Ich fange ganz neu an.
Dieses Mal werde ich mein Blogsystem nicht immigrieren, sondern ganz neu aufsetzen.

Meine Posts aus den letzten Jahren verschwinden damit in die Versenkung (oder finden bei der WayBackMachine ihre Anerkennung).
Ich möchte wieder schreiben, wie ich es einst konnte.
Ohne Angst im Nacken.

Und nun, nachdem ich so lange nur über mich geredet habe, zwei Infos für euch:

*) Weil ich gerade auf Twitter bemerkt habe, dass es missverständlich klingt: Die Domain minus78 wirds weiterhin geben. Ebenso wie einen Blog auf der Startseite. Ganz untechnisch gesagt: Ich werde ein neues Design machen und alle bisherigen Blogposts löschen.

1) Der RSS-Feed wird an gewohnter Stelle zu finden sein, ihr braucht also nichts ändern.
2) Eine meiner letzten (Desktop-)Minisite ist diese: minstagram

Der Kümmerhannes

25. Februar 2015

Es gibt Menschen, die gibt’s garnicht- und trotzdem kennt sie jeder:

Der alte Holzmichel,
der Cotton-Eye Joe,
der Kollege Schnürschuh…

Stop! Aber es gibt einen, den kennt ihr noch nicht!

Eines Morgens saß er dort, der Kümmerhannes, im Bürostuhl meines Chefs. Sich diesen unter den Nagel zu reißen, reichte ihm aber nicht. Mit dem Bürostuhl stibitze der Kümmerhannes auch das grandiose Aussehen meines Chefs.
Ernsthaft! Hätte er sich nicht mit den Worten “Ich habe deinen Mülleimer geleert, hier aufgeräumt, tausende Emails geschrieben, deinen neuen Arbeitsvertrag aufgesetzt und der Steuerfrau weitergegeben… ICH BIN DER KÜMMERHANNES!” vorgestellt, ich hätte ihn für meinen Chef gehalten!

Ich lächelte ihn irritiert, aber so freundlich, wie man es mir beigebracht hat, an und googelte “Kümmerhannes” – und ich fand NICHTS!

Das gibt’s doch nicht! Den Kümmerhannes gibt es nicht! Nicht ein einziger Eintrag zum Kümmerhannes.

Ihr seht: Es ist höchste Zeit das zu ändern und ihn in die Reihe der Menschen einzugliedern, die es nicht gibt.

Und weil der Hannes zwiegespalten ist und mal der Kümmerhannes, dann der Beschwerdemailhannes ist und urplötzlich dann zum Meckerhannes wird, habe ich ihm ein Shirt gedruckt, damit er immer weiß, wer er ist.

Lebt denn der alte Kümmerhannes noch?

Dem Kümmerhannes sein Shirt

Kümmerhannes. Das ist sein Name.

Und welcher Hannes bist du?

Mein Tag in Bildern – 12 von 12 im Januar 2015

12. Januar 2015

Mein Tag in Bilder und Untertiteln

Der Morgen fängt ja gut an...
1. Der Morgen beginnt mit ein wenig Verspätung und der Mundhygiene.
2. Auch der ÖPNV beschließt heute später anzufangen.
3. Ich schaffe es dennoch pünktlich zur Arbeit und konzentriere mich auf meinen Code.
4. Das hätte Superman nicht besser hinbekommen!

Der alltägliche Wahnsinn
5. Montage sind halbe Arbeitstage. Mittags geht es mit dem geliebten ÖPNV zurück nach Hause.
6. Nach der heutigen Impfung ist der Tiny Overlord sehr müde. Ich schmökere in den Büchern…
7. … und teste die PartyParty-App.
8. Und habe danach sogar noch Zeit das Bad endlich umzudekorieren.

Am Abend des 12. Janar 2015

9. Später geht es mit der kleinen Schlafmütze an die tägliche Dosis Frischluft…
10. und wir bringen ausgelesene Bücher in den Büchertauschkasten.
11. Wieder daheim teste ich mein neues Unterwassercase fürs iPhone. Klappt!
12. Und damit die “richtige” Kamera auch nicht zu kurz kommt, werden auch mit dieser noch ein paar Bilder geschossen.

Jeden Monat sammelt Draussen nur Kännchen die Tagesrückblicke von Bloggern – und ich bin dabei!

Go, lemmings, go!

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