Don´t interrupt me - I´m talking to myself

Momo

9. April 2014

Für Momo

Einige Wochen war Momo ein Mysterium für mich.
Ich absolvierte meine betriebliche Phase in dem Unternehmen, in dem auch Momo angestellt war. Allerdings war Momo zu Beginn meines Praktikums im Urlaub.
Man sagt aber nicht umsonst “Der Ruf eilt den Menschen vorraus”. In meinem Kopf formte sich schnell das Bild eines etwa 30-jährigen Anzugträgers mit Krawatte, hochglanzpolierten Schuhen und Aktentasche. Bieder und spießig sah ich Herrn D. von meinem geistigen Auge an seinem Schreibtisch sitzen, nachdem er sich beim Hinsetzen die Anzughosenbeine ein wenig hochgezogen hat.

momo und heidi
momo

Ich stand im Eingangsbereich und suchte in meiner Handtasche nach dem Schlüssel, als sich hinter mir die Tür öffnete und er lässig in den Vorraum trat. Weite Jeans, Shirt und Turnschuhe. Auf dem Kopf eine Käppi. In mir keimte der Gedanke ihn mit “Yo! Hast du dich verlaufen, Kleiner?” anzusprechen, als mich meine Vernunft einholte und ich stattdessen einfach fragte, ob ich ihm irgendwie helfen könne. Überrascht schaute er mich an und sagte trocken “Ich arbeite hier!”

Oh. Alles klar. Das ist dann also dieser Herr D.
Nix Anzug, Krawatte, gelackte Schuhe und Aktentasche.
Nix 30. Gerade 20.

Oh je. Ein Cooler. Einer, der meint, es wär’s. Sowas hat mir gerade noch gefehlt. Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder entsetzt bin – irgendwie ist es doch wie mit der Wahl zwischen Cholera und Pest.

Da unsere Büros in entgegengesetzten Fluren lagen, liefen wir uns während unserer Arbeitszeit aber recht selten über den Weg. Die Raucher- und Mittagspausen verbrachten wir hingegen gemeinsam. Während wir anfangs noch coolsäuig waren und nur oberflächliche Gespräche zu führten, wurden die Gespräche mit der Zeit persönlicher und tiefgründiger – und, zu meiner Überraschung, auch bereichernd.

Und als sich meine betriebliche Phase nach einem Jahr schließlich dem Ende neigte, war ich wirklich traurig darüber, dass sich unsere Wege trennten. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich nicht nur von einem Arbeitskollegen, sondern auch von einem Freund verabschiedete.

Wir nahmen uns in den Arm und verabschiedeten uns:
“Momo, tschüss! Du warst echt der Coolste hier!”
“Heidi, wir sind ja nicht aus der Welt! Wir bleiben in Kontakt!

Da steht er also vor mir, Momo, knapp 10 Jahre jünger als ich und sagt: “Wir bleiben in Kontakt!”.
Aber nicht mit mir! Ich bin älter und weiser. Ich weiss, wie der Hase hoppelt. Aus den Augen, aus dem Sinn. Also scheiß auf die Floskeln!

“Ach, Momo… du weisst ja wie das ist. Man sagt, man bleibt in Kontakt, aber verliert sich doch aus den Augen. Aber wir sind beide erwachsen, wir wissen doch, dass es so kommt!”
“Nein! Wir verlieren nicht den Kontakt, wenn wir es beide nicht wollen.”

OK. Hier ist offensichtlich Hopfen und Malz verloren. Gut. Soll er wenigstens nicht hinterher sagen, ich hätte es nicht kommen sehen.


Momo nimmt den Kleinen auf den Arm, küsst ihn auf die Stirn und sagt “Willkommen auf der Welt, Kleiner. Ich bin Onkel Momo.”

Auch nach fünf Jahren ist Momo noch hier. Hier, in meinem Leben. Hier, bei mir.
Es ist schön, dass er da ist. Und es ist schön, dass ich mich geirrt habe.

Durch Momo habe ich gelernt, dass das Vertrauen das Fundament einer Freundschaft ist – und dieses mit dem Vertrauen in die Freundschaft beginnt. Vielleicht fühlte ich mich damals einfach zu erfahren und abgeklärt, um daran zu glauben, dass sich aus einer “Bürofreundschaft” eine tiefe Freundschaft entwickeln kann, in der man am Leben mit all dessen Freude und Sorgen des anderen teilhat.

Über ihn kann ich sagen: Er mag mich, obwohl er mich kennt.


Momo wandert aus.

Es ist der 09.04.2014 und in drei Tagen werde ich ihn das letzte Mal in den Arm nehmen.

“Momo! Ich habe dich sehr lieb und werde dich vermissen!”, werde ich sagen.
“Heidi, ich bin nicht aus der Welt! Wir bleiben in Kontakt!”, wird Momo antworten.

Und dann wird er vor mir stehen, Momo, knapp 10 Jahre jünger als ich und ich werde wissen, dass er Recht hat.
Scheiss auf mein Alter und die vermeintliche Weisheit. Momo weiß, wie der Hase hoppelt. Er hat es immer gewusst. Und jetzt weiß ich es auch.

Friends never say goodbye!


Doing the Copperfield: Einen kupferfarbenen Stiftehalter “zaubern”

30. März 2014

Oft sagt man “Alles kommt irgendwann wieder in Mode” – und bei den meisten Sachen hat der Volksmund Recht.
Ich kann garnicht mehr an einer Hand abzählen, wie oft ich in den letzten Jahren Geschirr, Wohnaccessoires und andere Alltagsgegenstände sah,
bei denen ich dachte “Hey! Sowas steht doch noch irgendwo im Keller rum”!. Leider vergesse ich hin und wieder, wie gut ich im Aussortieren bin.
“Ach, das olle Ding… Das brauche ich doch nie wieder!” ist kein seltener Gedanke und so landente in den letzten Jahren gut und gerne ein ganzer Container eben jeder Dinge auf der Müllkippe.
Mittendrin statt nur dabei: Der Plastik-Stiftehalter, der jahrelang auf Schreibtisch im Kinderzimmer stand, Staub fing und sich von der Sonne ausbleichen lies.

Jetzt ist wäre seine Zeit gekommen!

Vor ein paar Wochen entdeckte ich diesen Stifteköcher und war Feuer und Flamme. Doof nur, dass das Teil ausverkauft war.
Aber wartet… hey, son Ding steht doch irgendwo im Keller rum!
Leider stand das Teil natürlich nicht irgendwo im Keller herum. Wie es der Zufall aber wollte, entdeckte ich einen dieser ausgeblichenen, vollgestaubten Stiftehalter in der Trödelhalle in Bochum für 2,- Euro. Ich musste nicht lange darüber nachdenken, denn als alter Copperfield hatte ich natürlich noch eine Spraydose “Copper” zu Hause herumstehen und könnte dem rosa Ungetüm sicherlich einen glänzenden Anstrich verpassen:

DIY Copper Pencil Holder
Kupferfarbe zum Aufsprühen

Den Stiftehalter habe ich vor dem Ansprayen gründlich gereinigt und von den Staub- und Fettresten der letzten 30 Jahre befreit.
Anschließend habe ich mir eine große Kiste geschnappt, bin mit den Utensilien auf den Balkon gegangen und habe den Stifteköcher angesprayed.
Das Spray ist hochdeckend und eine Schicht Spray reichte in diesem Fall wirklich aus, um den gesamten Stiftehalter zu lackieren.

DIY Kupfer Stiftehalter nach einer Schicht Copper Spray

Nach einer großzügigen Trocknungszeit konnte ich den Stiftehalter endlich bestücken und auf den Schreibtisch stellen.

DIY Stiftehalter a la Ferm Living
DIY Copper Pencil Holder


Hier wohnt das Glück

20. Februar 2014

Hier wohnt das Glück ist mein Motto der Wohnparade und so steht es auch im Eingangsbereich geschrieben und sagt damit in einem das Satz aus, was ich denke, wenn ich heimkomme.

1.) Was ist Deine Lieblingsecke in Deinem Zuhause und warum?
Meine Lieblingsecke ist meine Eckbadewanne: In der Wanne habe selbst ich genug Platz zum Abtauchen und die Whirlfunktion bewirkt höchstgradige Entspannung. So fühle ich mich auch nach einem streßigen Tag wie neugeboren.

minus78 schwimmt weit hinaus: Eckbadewanne und Whirlpool

2.) Was hast Du in Deiner Wohnung selbstgemacht (sei es selbst tapeziert, ein Möbelstück gebaut oder verändert oder Wohndeko selbst hergestellt)?

Da ich DIY als eines meiner Hobbies bezeichne ist es so, dass ich in der Tat “recht vieles” in der Wohnung selber gemacht habe. Im Flur begrüßen mich beispielsweise Spruchtafeln, die ich lackiert habe und an denen ich mich auch nach Jahren noch nicht sattgesehen / sattgelesen habe. Eine Daseinsberechtigung haben auch meine 3D-Bilder erhalten und dürfen trotz Farbenfreude im sonst nur schwarz / weiß gehaltenem Wohnzimmer an der Wand hängen.

Unser größtes / imposantestes / faszinierendstes DIY ist jedoch die Wortuhr, die in unserem Wohnzimmer hängt.

DIY wortuhr es ist uhr nachbau

3.) Was begegnet einem zuerst, wenn man Deine Wohnung betritt?

Zuallererst begegnet dem Besucher eine schlichte graue Einbauschrankwand, die so ziemlich alles beherbergt,
wofür wir sonst keinen Platz gefunden haben. Meine Schuhe zum Beispiel.

Schaut man dann nach links, hat man einen direkten Einblick in die Küche.

Schaut man jedoch geradeaus an den Wandschränken vorbei, hat man freie Sicht ins Wohnzimmer.
Das Wohnzimmer ist der zentrale Raum der Wohnung – von ihm gehen weitere 5 Räume ab. Bei geöffneten Türen wird der Raum schön vom Tageslicht durchflutet und wirkt trotz der dunklen Fliesen nicht erdrückend und düster.
Schön ist, dass das Wohnzimmer verwinkelt ist. So sieht man beim Eintreten nur einen Teil des Raumes. Die große Sitzgruppe, an der Kind und Kegel Platz finden und die technischen Geräte verstecken sich hinten rechts “ums Eck”.

Rundbogen Eingangstüre zum Wohnzimmer

Hier wohnt das Glück

4.) Auf welchen Einrichtungsgegenstand in Deiner Wohnung bist Du besonders stolz?

Über diese Frage habe ich eine Weile nachgedacht und komme trotzdem nicht zu einem befriedigendem Ergebnis. Es gibt viele Dinge, die mein Zuhause für mich einzigartig machen und auf die ich sehr stolz bin. Darunter fallen natürlich einzigartige Schnappschüsse von den Kids, Nostalgie-Spielzeug aus meiner Kindheit, liebevolle Geschenke meiner Freunde und Dinge, die so rar sind, dass ich monatelang auf der Suche nach ihnen war, bis ich sie mein Eigen nennen konnte.
Ich könnte keinen Gegenstand nennen, der mir mehr oder weniger wert ist oder auf den ich mehr oder weniger stolz wäre. Bei unserem Umzug im Oktober haben wir stark reduziert und wirklich nur noch das mitgenommen, was uns etwas bedeutet. Und das sind eben genau die Dinge, auf die ich stolz bin.

Schaukelstuhl Chair Eames
hallo schriftzug aus der no gallery
Billiken Blechspielzeug Tin Toy Batman
Ferm Living Geometry Triangle und Design Letter Cup
Ribba Bilderleiste für Deko und Bilder
retro klappzahlenuhr, alte kameras
Cinni Ventilator aus Metall
Ich liebe dich obwohl du scheisse bist

“Hier wohnt das Glück” hat mir die liebe Juli geschenkt. Über no-gallery.


Go, lemmings, go!

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