Don´t interrupt me - I´m talking to myself

No Ice Ice Baby

24. April 2014

Wisst ihr was das Fatale an schönen Eiswürfeln ist?
Sie verdünnisieren sich ziemlich schnell.

Für mich darfs gern etwas langlebiger sein. In Stein gegossen quasi.
Und so kam mir die Idee, die Eiswürfelformen zweckzuentfremden, um mir einen Briefbeschwerer und Türknäufe zu basteln.

get digital ice tray
Herzchen und Blümchen-Eisformen dürfen bei Oma einziehen. Bei mir kommt nur das gute Zeugs in den Gefrierschrank:
Das Nerd Ice Tray mit Space Invaders Pixel-Monstern und der Todesstern (über getDigital).

DIY Zement Eiswürfelform
Weitere Materialien:
* Vaseline und Pinsel zum Einstreichen der Silikonformen
* Blitzzement und Wasser
* Schrauben und passende Muttern
* Schutzmaterialien (hier: Mülltüte, um bleibende Schweinereien auf dem Untergrund zu vermeiden und Handschuhe)

vaseline zur einfacheren entnahme der formen
Zuerst habe ich die Formen mit einer dünnen Schicht Vaseline eingepinselt, um das spätere Herausdrücken der fertigen Form zu erleichtern.

todesstern aus zement
Stellt man einen Eiswürfel aus der Todesstern-Form her, muss das Wasser in die zusammengesetzte Form gegossen werden. Weil Zement aber eine andere Konsistenz als Wasser hat (und ich mir nicht sicher war, wie ich diesen am Besten so schnell wie möglich durch das Loch gießen kann), habe ich mich dazu entschieden, die beiden Hälften seperat mit dem Zement zu füllen und den Todesstern am Ende zusammenzusetzen.

todesstern hälften aus zement
Im Gegensatz zu Sekundenkleber hat der Blitzzement seinen Namen wirklich verdient. Ich hatte bei der Verarbeitung wirklich das Gefühl, er wird mir unter der Hand hart. Nach gut und gerne 5 Minuten konnte ich die beiden Hälften des Todessterns auch endlich aus der Form pressen.

zement bei der verarbeitung
Den Zement für die Space Invaders Formen habe ich etwas flüssiger gegossen – trotz des Blitzzementes und laut der seiner Beschreibung angedrohten 3-8 Minuten zum Aushärten, habe ich es geschafft, dieses Bild für euch zu schießen ;)

schrauben in zement
Den Zement habe ich mit meiner Hand in die Eiswürfelform gestrichen und schnell (ich erwähnte es ja bereits: BLITZzement!) die Schrauben darin versunken. Hier muss man ein bisschen darauf achten, dass man die Schrauben nicht zu tief hineindrückt, weil sie sonst später sichbar sind.

silikonform und leichtes lösen
Weil die Pixel-Monster relativ klein sind und teilweise dünne Stellen haben, die leicht zerbrechen könnten, würde ich an dieser Stelle empfehlen, nicht mit brachialer Gewalt vorzugehen. Zu meiner Überraschung muss ich aber hinzufügen, dass das Herausdrücken wirklich leicht und ohne nennenswerte Verluste ging.

space invaders und todesstern
Nach 10 Minuten: 3 Tuerknäufe, 1 Briefbeschwerer und kleine Pixel-Monster als Blumentopf-Deko.
Mal ehrlich: Das geht doch schneller als Wasser zu Eis wird ;)

so sieht der space invader als tuerknauf aus

Die Zement-Überreste konnte ich übrigens hinterher relativ leicht von den Silikonformen spülen und sie sind nun bereit für eine zweite Runde.
Blitzzement werde ich dafür übrigens aber nicht nehmen – die beschriebenen 3-8 Minuten zum Aushärten fühlten sich wie 1-2 Minuten an. Hier würde es “normaler” Zement wahrscheinlich auch tun.

Ich könnte mir allerdings auch Tetris Blöcke vorstellen, die ich mit einem Magneten versehe und mir so schöne 3D-Magnete herstelle…


Momo

9. April 2014

Für Momo

Einige Wochen war Momo ein Mysterium für mich.
Ich absolvierte meine betriebliche Phase in dem Unternehmen, in dem auch Momo angestellt war. Allerdings war Momo zu Beginn meines Praktikums im Urlaub.
Man sagt aber nicht umsonst “Der Ruf eilt den Menschen vorraus”. In meinem Kopf formte sich schnell das Bild eines etwa 30-jährigen Anzugträgers mit Krawatte, hochglanzpolierten Schuhen und Aktentasche. Bieder und spießig sah ich Herrn D. von meinem geistigen Auge an seinem Schreibtisch sitzen, nachdem er sich beim Hinsetzen die Anzughosenbeine ein wenig hochgezogen hat.

momo und heidi
momo

Ich stand im Eingangsbereich und suchte in meiner Handtasche nach dem Schlüssel, als sich hinter mir die Tür öffnete und er lässig in den Vorraum trat. Weite Jeans, Shirt und Turnschuhe. Auf dem Kopf eine Käppi. In mir keimte der Gedanke ihn mit “Yo! Hast du dich verlaufen, Kleiner?” anzusprechen, als mich meine Vernunft einholte und ich stattdessen einfach fragte, ob ich ihm irgendwie helfen könne. Überrascht schaute er mich an und sagte trocken “Ich arbeite hier!”

Oh. Alles klar. Das ist dann also dieser Herr D.
Nix Anzug, Krawatte, gelackte Schuhe und Aktentasche.
Nix 30. Gerade 20.

Oh je. Ein Cooler. Einer, der meint, es wär’s. Sowas hat mir gerade noch gefehlt. Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder entsetzt bin – irgendwie ist es doch wie mit der Wahl zwischen Cholera und Pest.

Da unsere Büros in entgegengesetzten Fluren lagen, liefen wir uns während unserer Arbeitszeit aber recht selten über den Weg. Die Raucher- und Mittagspausen verbrachten wir hingegen gemeinsam. Während wir anfangs noch coolsäuig waren und nur oberflächliche Gespräche zu führten, wurden die Gespräche mit der Zeit persönlicher und tiefgründiger – und, zu meiner Überraschung, auch bereichernd.

Und als sich meine betriebliche Phase nach einem Jahr schließlich dem Ende neigte, war ich wirklich traurig darüber, dass sich unsere Wege trennten. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich nicht nur von einem Arbeitskollegen, sondern auch von einem Freund verabschiedete.

Wir nahmen uns in den Arm und verabschiedeten uns:
“Momo, tschüss! Du warst echt der Coolste hier!”
“Heidi, wir sind ja nicht aus der Welt! Wir bleiben in Kontakt!

Da steht er also vor mir, Momo, knapp 10 Jahre jünger als ich und sagt: “Wir bleiben in Kontakt!”.
Aber nicht mit mir! Ich bin älter und weiser. Ich weiss, wie der Hase hoppelt. Aus den Augen, aus dem Sinn. Also scheiß auf die Floskeln!

“Ach, Momo… du weisst ja wie das ist. Man sagt, man bleibt in Kontakt, aber verliert sich doch aus den Augen. Aber wir sind beide erwachsen, wir wissen doch, dass es so kommt!”
“Nein! Wir verlieren nicht den Kontakt, wenn wir es beide nicht wollen.”

OK. Hier ist offensichtlich Hopfen und Malz verloren. Gut. Soll er wenigstens nicht hinterher sagen, ich hätte es nicht kommen sehen.


Momo nimmt den Kleinen auf den Arm, küsst ihn auf die Stirn und sagt “Willkommen auf der Welt, Kleiner. Ich bin Onkel Momo.”

Auch nach fünf Jahren ist Momo noch hier. Hier, in meinem Leben. Hier, bei mir.
Es ist schön, dass er da ist. Und es ist schön, dass ich mich geirrt habe.

Durch Momo habe ich gelernt, dass das Vertrauen das Fundament einer Freundschaft ist – und dieses mit dem Vertrauen in die Freundschaft beginnt. Vielleicht fühlte ich mich damals einfach zu erfahren und abgeklärt, um daran zu glauben, dass sich aus einer “Bürofreundschaft” eine tiefe Freundschaft entwickeln kann, in der man am Leben mit all dessen Freude und Sorgen des anderen teilhat.

Über ihn kann ich sagen: Er mag mich, obwohl er mich kennt.


Momo wandert aus.

Es ist der 09.04.2014 und in drei Tagen werde ich ihn das letzte Mal in den Arm nehmen.

“Momo! Ich habe dich sehr lieb und werde dich vermissen!”, werde ich sagen.
“Heidi, ich bin nicht aus der Welt! Wir bleiben in Kontakt!”, wird Momo antworten.

Und dann wird er vor mir stehen, Momo, knapp 10 Jahre jünger als ich und ich werde wissen, dass er Recht hat.
Scheiss auf mein Alter und die vermeintliche Weisheit. Momo weiß, wie der Hase hoppelt. Er hat es immer gewusst. Und jetzt weiß ich es auch.

Friends never say goodbye!


Doing the Copperfield: Einen kupferfarbenen Stiftehalter “zaubern”

30. März 2014

Oft sagt man “Alles kommt irgendwann wieder in Mode” – und bei den meisten Sachen hat der Volksmund Recht.
Ich kann garnicht mehr an einer Hand abzählen, wie oft ich in den letzten Jahren Geschirr, Wohnaccessoires und andere Alltagsgegenstände sah,
bei denen ich dachte “Hey! Sowas steht doch noch irgendwo im Keller rum”!. Leider vergesse ich hin und wieder, wie gut ich im Aussortieren bin.
“Ach, das olle Ding… Das brauche ich doch nie wieder!” ist kein seltener Gedanke und so landente in den letzten Jahren gut und gerne ein ganzer Container eben jeder Dinge auf der Müllkippe.
Mittendrin statt nur dabei: Der Plastik-Stiftehalter, der jahrelang auf Schreibtisch im Kinderzimmer stand, Staub fing und sich von der Sonne ausbleichen lies.

Jetzt ist wäre seine Zeit gekommen!

Vor ein paar Wochen entdeckte ich diesen Stifteköcher und war Feuer und Flamme. Doof nur, dass das Teil ausverkauft war.
Aber wartet… hey, son Ding steht doch irgendwo im Keller rum!
Leider stand das Teil natürlich nicht irgendwo im Keller herum. Wie es der Zufall aber wollte, entdeckte ich einen dieser ausgeblichenen, vollgestaubten Stiftehalter in der Trödelhalle in Bochum für 2,- Euro. Ich musste nicht lange darüber nachdenken, denn als alter Copperfield hatte ich natürlich noch eine Spraydose “Copper” zu Hause herumstehen und könnte dem rosa Ungetüm sicherlich einen glänzenden Anstrich verpassen:

DIY Copper Pencil Holder
Kupferfarbe zum Aufsprühen

Den Stiftehalter habe ich vor dem Ansprayen gründlich gereinigt und von den Staub- und Fettresten der letzten 30 Jahre befreit.
Anschließend habe ich mir eine große Kiste geschnappt, bin mit den Utensilien auf den Balkon gegangen und habe den Stifteköcher angesprayed.
Das Spray ist hochdeckend und eine Schicht Spray reichte in diesem Fall wirklich aus, um den gesamten Stiftehalter zu lackieren.

DIY Kupfer Stiftehalter nach einer Schicht Copper Spray

Nach einer großzügigen Trocknungszeit konnte ich den Stiftehalter endlich bestücken und auf den Schreibtisch stellen.

DIY Stiftehalter a la Ferm Living
DIY Copper Pencil Holder


Go, lemmings, go!

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