Don´t interrupt me - I´m talking to myself

Lieblingsecke des Monats 9 / 14

1. September 2014

Was lange auf sich warten lässt, ist doppelt so gut: Die Lieblingsecke des Monats ist wieder da!
Meine Lieblingsecke dieses Monats ist die Kommodenwand im Wohnzimmer:

minus78 Ecke des Monats Schrankwand Wohnzimmer

Beim Eintreten blickt man durch den Torbogen im Flur direkt auf diese Kommoden – und somit ist klar, dass die Highlights genau dort ihren Platz finden:

minus78 Bowers Wilkins Zeppelin Air auf Kommode

Der tolle Ventilator ist ein Original Cinni aus den 50er Jahren. An dieser Stelle würde ich am Liebsten erzählen, dass er in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde – die Wahrheit ist aber, dass ich das schöne Stück in einem Internet-Auktionshaus ersteigert habe.

Sämtliche Musik wird hier über Airplay auf dem Zeppelin wiedergegeben. Ich kenne Menschen, die von ihm schwärmen, weil sein Klang so atemberaubend sein soll. Und diese Menschen verstehen nie, wenn ich sage: “Was weiß ich. Ich habe dafür kein Gehör – aber hey: Der sieht toll aus!”. Und genau aus diesem Grunde habe ich ihn gekauft. Er sieht toll aus!

Der eigentliche Eyecatcher ist aber die kleine Bücherecke: Die Bücher sind einzig und allein nach Farbe des Covers der Lieblingsecke als würdig auserkoren worden. Gehalten werden sie durch die Katana-Buchstützen, die jedem Besucher zuerst ins Auge fallen und schon für das eine oder andere fragende Gesicht gesorgt haben.

getdigital.de Katana Buchstütze
Ninjasterne und Katana-Messer

“Manche Menschen hängen sich Katanas an die Wand,
aber eigentlich ist es doch eindeutig, dass so ein Katana nur einen Zweck erfüllt:
Bücher zu stützen.”

steht in der Produktbeschreibung dieser Buchstützen bei getdigital.de – und besser hätte ich es auch nicht sagen können!

Damit sich niemand verletzen kann sind Klingenspitze und Griff aus hochwertigem Kunststoff und werden mittels Magneten an den in den Buchcoverinnenseiten versteckten Metallstützen angebracht.
Ein kleiner Trick mit großer mittelgroßer Wirkung.
Denn hier gilt: Je mehr Bücher, desto länger das Katana, desto größer die Wirkung, desto mehr Samurai-Potential.

Samurai-Messerset 44,95.-
Ninja-Regenschirm 19,95.-

Karate-Unterricht   10,00.- / Monat
_____________________________
Ninja sein: Unbezahlbar!


Schalksmühle Bild-in-Bild Rephotography

4. August 2014

Wer aus seiner Heimat scheidet, ist sich selten bewußt, was er alles aufgibt.
Er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.

Gustav Freytag

Das Zitat trifft mein Verhältnis zu Schalksmühle sehr gut – jahrelang war ich froh, dass ich dem Örtchen meinen Rücken gekehrt hatte.
Die beinahe unendlich wirkenden Wälder und die rauschende Ruhe tauschte ich gegen das nächtliches Lichtermeer der Stadt und dem Geräusch des Lebens.
Ich bin lieber mitten im Leben als inmitten von Wald.

Natürlich hat sich Schalksmühle in den letzten Jahren ‘trotzdem’ verändert,
hat sich von einem Seelendörfchen mit einem Edeka und Fußmassagen- und Bäderpraxen
zu einem Seelendörfchen mit einem großen Kaufpark, mehreren kleineren Geschäften und besserer Verkehrsführung gemausert.

Der kleine Klagebach-Park wurde zugunsten eines Kreisverkehrs plattgewalzt und der Spielplatz ist nun im Privatbesitz.
Das urige Cafe ist geschlossen und in dem kleinen Fachwerkhaus, in dem früher der Schuhmacher war, stehen quergeschnittene Fenster- und Türisolierungen im Schaufenster.

Es tut sich etwas.

Wenn man so selten wie ich in seinen Kindheitsort fährt, bleibt es aber längst nicht beim “Es tut sich etwas”;
bei mir ist das eher ein “Scheiße! Was ist denn h.i.e.r. los???” – als ob ich erwartet hätte, dass sich Schalksmühle nach meinem Wegzug unter einer Käseglocke konserviert um mich bei meinem nächsten Besuch wieder herzallerliebst von seiner bekannten Seite zu zeigen.

Auch Schalksmühle unterliegt dem Wandel der Zeit und heute bin ich mit der lieben Juli auf den Pfaden meiner Kindheit entlanggelaufen und habe “Now-and-then”-Bilder geschossen:

Schalksmühle früher und heute Bild im Bild mit Papa vor der Erlöserkirche
Mit meinem Vater bei der Einschulung vor der Erlöserkirche in Schalksmühle

Now and then - Einschulung auf dem Ziegenberg Schalksmühle
Ist sie zu schwer, bist du zu schwach. Meine Schultüte habe ich erfolgreich an meine Mutter weitergereicht.

schalksmühle hotel zur post
Jedes Jahr im August gibt es seit jeher einen Grund zur Freude: Die Dorfkirmes!

Evangelische Erlöserkirche Now And Then Bild
Übrigens wurde ich in der in der gleichen Kirche vom gleichen Pastor getauft und konfirmiert.

Der Klagebach verläuft durch Schalksmühle im Sauerland
Mich herumkutschieren zu lassen war damals schon ein Hobby von mir ;)

Mein Vater und ich in Schalksmühle Klagebach
Mein Vater und ich bei einem unserer unzähligen Ausflüge.

Schalksmühle Hälverstraße Bild im Bild
Meine Mutter.


Schalksmühle – die Perle meiner Jugend

27. Juli 2014

Bevor es mich mit Ende 20 in die Großstadt des Ruhrgebietes vertrieb, lebte ich im wohlbehüteten Elternhaus in einem kleinen Dörfchen im Tale des Sauerlandes im Märkischen Kreis: Schalksmühle.

“Schalksmühle (westfälisch Schalksmüehle) liegt im Nordwesten des Sauerlandes in Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Märkischen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg. Schalksmühle ist in Nordrhein-Westfalen die Gemeinde mit dem höchsten Anteil von Einkommensmillionären in der Wohnbevölkerung (Stand 2011) und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in ganz NRW.”
Quelle: Wikipedia

Schalksmühle war damals mehr Fluch als Segen, denn was andere Menschen als einen Erholungsort bezeichnen, empfand ich schlichtweg als langweilig.

In Schalksmühle gab es n.i.c.h.t.s, außer einem Edeka, einem Postamt und massenweise Fußmassagen- und Bäderpraxen – zumindest empfand ich es damals so.
Mein Gymnasium war in Lüdenscheid und ich musste mich allmorgendlich mit einer 50-minütigen Busfahrt herumschlagen, in der es jedoch genügend Zeit gab, Hausaufgaben abzuschreiben oder den neuesten Quatsch und Tratsch auszutauschen.

Die Busse fuhren nur einmal in der Stunde. Und dieses auch nur bis 21 Uhr. Danach wurden in Schalksmühle die Bürgersteige hochgeklappt und als Teenager war man in einem schier nicht enden wollenden Wald, Feldern und dem Geruch vom Dünger der Bauern gefangen.

Kurz nach dem Abitur packte ich meine Siebensachen, mein Auto und meinen Sohn und wendete Schalksmühle den Rücken zu, um in Essen seßhaft zu werden.
Endlich Geschäfte, Fastfood-Ketten und Bahnen, die im Zehnminutentakt fuhren! Endlich Leben, Geräusche und Unabhängigkeit! Selbst der Kiosk an der Ecke machte mich froh. Heißhunger am Abend? Hier gibt es alles – zu jeder Tageszeit.

Die Vorteile solcher Orte wie Schalksmühle lernte ich erst mit den Jahren im Exil kennen: Schier nicht enden wollende Wälder, Felder und Geruch von Natur.

Gestern stattete ich einen Heimatbesuch ab und nahm genügend Zeit mit, Schalksmühle mit dieser Erkenntnis neu zu entdecken:

Schalksmühle Sauerland
Dächer in Schalksmühle
Schalksmühle im Märkischen Kreis Jäger Hochsitz
Bauwagen im Schalksmühler Wald
Das Rathaus in Schalksmühle mit Kiepenlisettken
Der Schnurrenweg in Schalksmühle an der Erlöserkirche
Evangelische Kirche Erlöserkirche Schalksmühle
Schalksmühle Fachwerkaus Antiquität
Schalksmühle im Sauerland Volmepark


Go, lemmings, go!

Mehr von mir

Behind the scenes

Style 1 Style 2 Style 3